VR in der Sonderpädagogik: Ein Blick hinter die Kulissen von Heliomare De Alk
Früh lernen zahlt sich im Alter aus: Wie Virtual OV Kinder auf die selbstständige Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel vorbereitet

Bei Changefied glauben wir an Lernen durch Erfahrung. Mit unseren Virtual-Reality-Trainingskursen ermöglichen wir Kindern und Erwachsenen neue Erfahrungen in einer sicheren, realistischen Umgebung. Einer dieser Kurse ist Virtual OV, in dem die Teilnehmenden spielerisch lernen, sich selbstständig im öffentlichen Nahverkehr zurechtzufinden. An der Förderschule Heliomare De Alk in Alkmaar wagte Lehrerin Heleen Kroon dieses Abenteuer mit ihren Schülerinnen und Schülern – mit überraschend schönen Ergebnissen.
Neben ihrer Tätigkeit als Lehrerin bietet Heleen Ausbildungen zum I-Coach für Schüler der Oberstufe (10 bis 12 Jahre) an. Sie entschied sich, die virtuelle OV-Schulung nicht im Klassenverband, sondern in Kleingruppen oder sogar im Einzelunterricht durchzuführen. „Für viele unserer Schüler ist das Üben in einer lauten Klasse zu reizüberflutend. In kleinen Gruppen können sich die Kinder besser konzentrieren. Das funktioniert sehr gut.“
„Die Schüler waren sofort begeistert, als ich ihnen die VR-Brille zeigte“, fährt Heleen fort. „Sie fanden sie total spannend und unterhaltsam. Ein Schüler hatte bereits eine VR-Brille zu Hause und wusste sofort, wie man sie benutzt. Für die anderen Kinder war es das erste Mal, aber sie haben es blitzschnell gelernt. Das war wunderbar zu sehen.“
Aufgrund einer körperlichen Behinderung des Schülers waren jedoch mitunter Anpassungen nötig. „Einer unserer Schüler kann seine Hände nicht gut bewegen“, erklärt Heleen. „Die Controller waren einfach etwas zu groß für ihn. Ansonsten verlief das Training aber überraschend gut. Das zeigt, wie flexibel und einfallsreich diese Schüler sind.“
Lernen durch Erfahrung
An der Heliomare De Alk haben viele Schüler Lern- oder Entwicklungsverzögerungen, und einige können noch nicht gut lesen. Anfangs schien das schwierig, aber mit etwas Unterstützung der Lehrerin klappte es schließlich gut. „Das Spiel beinhaltet auch gesprochene Texte, die die Schüler anhören können, und ich lese die geschriebenen Texte oft mit ihnen zusammen“, sagt Heleen. „Manchmal muss ich Sätze verkürzen und sie in drei Wörtern erklären. Aber sobald sie verstanden haben, was gemeint ist, legen sie los.“
„völlig darin vertieft.“
Das Training bringt die Realität näher. „Manche Schüler waren schon mit dem Bus gefahren. Andere wussten aber nicht, dass man an der Bushaltestelle gegenüber warten muss, um zurückzufahren. Dank des virtuellen öffentlichen Nahverkehrs können sie das sehen und selbst erleben.“
Das haben sie getan. Selbst etwas zu erleben, prägt sich viel besser ein als eine schriftliche Erklärung
Kleine Schritte, großes Wachstum!
Was Heleen am meisten beeindruckte, war, wie einige Schüler begannen, sich gegenseitig zu helfen. „Da war ein Duo, das wunderbar zusammenarbeitete. Der eine konnte nicht lesen, der andere schon, und er überprüfte den Fortschritt auf dem Tablet des Aufsichtsführenden und las seinem Klassenkameraden laut vor: ‚Das ist nicht dein Bus, weißt du, denn dieser hat einen anderen Namen.‘ Ich fand es so schön zu sehen, wie einer dem anderen half.“
„Anfangs fand ich es ziemlich nervenaufreibend, diese Schulung für unsere Studierenden durchzuführen. Aber ich bin wirklich überrascht, wie gut es gelaufen ist“, sagt Heleen erfreut. „Manchmal können Studierende einen auf so positive Weise überraschen. Und genau das zeigt diese Schulung: Sie verdeutlicht, was möglich ist.“
Heleen sieht zudem einen großen Mehrwert für die Zukunft im Training von Führungskompetenzen, wie beispielsweise der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, in der virtuellen Realität. „Unsere Schüler nutzen derzeit noch den Schülertransport, aber wir möchten sie auf selbstständiges Reisen vorbereiten. Für ihre weitere Ausbildung ist es enorm hilfreich, wenn sie bereits eine Vorstellung davon haben, wie öffentliche Verkehrsmittel funktionieren. Und das erreicht man durch frühes Üben. Denn“, so Heleen abschließend, „was man jung lernt, wendet man auch im Alter an.“
Bei Changefied erleben wir das täglich: Wie Technologie Barrieren abbauen und Menschen neue Lernmöglichkeiten eröffnen kann, um Unabhängigkeit und Selbstvertrauen zu entwickeln. Dank engagierter Lehrkräfte wie Heleen erhält jedes Kind die Chance, spielerisch zu wachsen – in einer sicheren, digitalen Welt, die junge Menschen auf die reale Welt vorbereitet.
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