Die Auswirkungen der virtuellen Realität: Vom passiven zum aktiven Lernen
Warum VR die Aufmerksamkeitsspanne nutzt und Wissen nachhaltiger macht!
Jahrelang haben wir Studierende mit Informationen überhäuft: Vorlesungen, PowerPoint-Präsentationen, Bücher, Online-Module. Vieles davon bleibt nicht lange im Gedächtnis. Nicht etwa, weil Studierende nicht lernen wollen, sondern weil ihr Gehirn auf aktives Lernen ausgelegt ist. Virtuelle Realität (VR) passt perfekt dazu: Sie macht Lernen zu einer aktiven Erfahrung statt zu einer passiven Zuhörsitzung.
Vom Wissenskonsum zum Wissenserleben
Im traditionellen Unterricht hören, lesen oder schauen sich Schüler Videos an und bleiben dabei weitgehend passiv. Das Gehirn bleibt somit größtenteils Zuschauer. In der VR hingegen tauchen die Schüler mitten ins Geschehen ein: Sie schauen sich um, treffen Entscheidungen, lösen Probleme und erleben unmittelbar die Konsequenzen.
Diese aktive Rolle macht den entscheidenden Unterschied. Der Körper reagiert, Emotionen werden angeregt und mehrere Sinne werden angesprochen. Dies ermöglicht eine tiefere Verarbeitung im Gehirn und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Wissen und Fähigkeiten dauerhaft verankert werden.
Die Aufmerksamkeitsspanne der heutigen Studenten
Die Aufmerksamkeitsspanne heutiger Schüler ist fragmentierter denn je, was unter anderem auf digitale Reize, soziale Medien und den ständigen Informationsfluss zurückzuführen ist. Vielen jungen Menschen fällt es schwer, zwanzig Minuten lang einer Erklärung zuzuhören oder sich über einen längeren Zeitraum auf eine einzige Aufgabe zu konzentrieren. Studien zeigen, dass die Aufmerksamkeitsspanne nicht linear abnimmt, sondern erheblichen Schwankungen unterliegt und stark von Variationen, Aufgabenstruktur und Engagement abhängt.
Genau hier setzt aktives Lernen in VR an: Lernende sitzen nicht untätig herum, sondern sind ständig aktiv – sie wählen, handeln und reagieren. Der Wechsel zwischen kurzen Szenarien, klaren Zielen und unmittelbarem Feedback hilft, die Aufmerksamkeit immer wieder zu gewinnen und zu halten. Anstatt gegen die kurze Aufmerksamkeitsspanne anzukämpfen, wird sie genutzt: Kompakte, bedeutungsvolle Lernmomente folgen schnell aufeinander, in einer Umgebung, die sich eher wie ein Spiel als wie eine Frontalvorlesung anfühlt.
Aktives Lernen aktiviert andere Teile des Gehirns
Aktives Lernen mit VR kombiniert mehrere Lernmechanismen gleichzeitig.
- Kontextuelles Lernen: Man lernt in einer Situation, in der man das Wissen oder die Fertigkeit später benötigt, was den Transfer in die Praxis erhöht.
- Prozedurales Lernen: Man übt Handlungen Schritt für Schritt, sodass „wie man es macht“ als automatische Routine gespeichert wird.
- Emotionales Lernen: Spannung, Erleichterung und Erfolgserlebnisse stärken Gedächtnis und Motivation.
Während ein theoretisches Arbeitsblatt primär das deklarative Gedächtnis anspricht („wissen, dass“), konzentriert sich VR auch auf das prozedurale und emotionale Gedächtnis („wissen, wie“ und „fühlen, dass“). Dadurch wird der Schritt von der Theorie zur Praxis deutlich erleichtert.
Fehler sicher machen und endlos wiederholen
Im realen Leben ist Üben oft teuer, schwer zu organisieren oder einfach zu riskant. In VR hingegen können Sie:
- Fehler machen, ohne dass es wirkliche Konsequenzen gibt.
- Das bewusste Aufsuchen und Wiederholen schwieriger Situationen.
- Die Szenarien sollten dem Niveau und dem Lerntempo des Schülers angepasst werden.
Dadurch verschiebt sich der Fokus von „es gleich beim ersten Mal richtig machen“ hin zu „Lernen durch Versuch und Irrtum, Scheitern und Anpassen“. Dies reduziert die Angst vor dem Scheitern und stärkt das Selbstvertrauen, insbesondere bei Schülern, die in traditionellen Lernumgebungen schnell aufgeben.
Höheres Engagement und stärkere intrinsische Motivation
Aktives Lernen in VR fühlt sich weniger wie eine „Unterrichtsstunde“ an, sondern eher wie eine Erfahrung oder eine Mission. Die Lernenden erhalten klare Ziele, sofortiges Feedback und oft auch Spielelemente wie Punkte, Level oder Herausforderungen. Dies gewährleistet:
- Mehr Konzentration und weniger Ablenkung während der Lernaufgabe.
- Intrinsische Motivation: der Wunsch, selbst zu entdecken, anstatt etwas aufnehmen zu müssen.
- Bessere Anknüpfung an die Art und Weise, wie junge Menschen in ihrer Freizeit mit digitalen Welten interagieren.
Wenn die Schüler aktiv eingebunden sind und die Kontrolle übernehmen, wandelt sich die Rolle des Lehrers vom Vermittler zum Coach.
Die Rolle des Lehrers in einer VR-Lernumgebung
VR ersetzt nicht den Lehrer; sie verändert die Dynamik des Unterrichts. Die größte Wirkung erzielt man, wenn VR mit effektiver Anleitung und Reflexion kombiniert wird
- Vorab: Gemeinsam Lernziele formulieren – was wollt ihr üben und warum?
- Währenddessen: Beobachten, Fragen stellen, die Schüler dazu anregen, ihre Handlungen und Gedanken auszudrücken
- Im Anschluss daran: Reflexion über die getroffenen Entscheidungen, die damit verbundenen Gefühle und die gewonnenen Erkenntnisse sowie deren Umsetzung in die reale Welt.
Auf diese Weise wird aktives Lernen in VR nicht zu einer separaten Spielerei, sondern zu einem wirkungsvollen Bestandteil eines durchdachten didaktischen Ansatzes.
Aktives Lernen in VR ist kein Hirngespinst mehr
Während VR vor einigen Jahren noch als „nice to have“ galt, entwickelt sie sich zunehmend zu einem festen Bestandteil moderner Lernumgebungen. Die Technologie ist erschwinglicher geworden, das Angebot an Lehrmaterialien wächst stetig, und Schulen erkennen, dass der Effekt nicht nur im „Wow-Effekt“ liegt, sondern vor allem in Folgendem:
- Ein tieferes Verständnis komplexer Situationen.
- Besseres Gedächtnis durch Erfahrung und Wiederholung
- Mehr Vertrauen in die praktische Anwendung.
Aktives Lernen mit VR zeigt, wie Bildung aussehen kann, wenn wir das Gehirn ernst nehmen: weniger Wissensvermittlung, mehr Erfahrung. Nicht nur Wissen, sondern Können. Und vor allem: Mut.
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