Lehrer, wenn ich das lerne, kann ich später selbst mit dem Zug zur Arbeit fahren und muss nicht mehr den Bus nehmen
Virtueller öffentlicher Nahverkehr bietet eine innovative Lösung für eine zentrale Frage im Bereich der Sonderpädagogik: Wie bringen wir Kindern bei, selbstständig mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu reisen? Für Lehrerin Very, die am Förderzentrum De Kameleon in Roosendaal arbeitet, hat der virtuelle öffentliche Nahverkehr weit mehr als nur Übungsmöglichkeiten für Mobilitätsfähigkeiten geboten. Die VR-Lernplattform stärkt das Selbstvertrauen und die Selbstständigkeit ihrer Schüler. In diesem Artikel stellen wir ihre Erfahrungen vor und diskutieren die Auswirkungen des virtuellen öffentlichen Nahverkehrs.
Was ist virtueller öffentlicher Nahverkehr und wie funktioniert er?
Virtueller öffentlicher Nahverkehr ist eine Lernplattform, auf der Schüler mithilfe einer Virtual-Reality-Brille eine komplette Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln simulieren können. Das Tool führt sie Schritt für Schritt durch die wichtigsten Aspekte der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel:
● Planung einer Zugreise
Ein- und Auschecken mit einer OV-Chipkarte
● Umstieg vom Bus auf den Zug
● Den richtigen Zug und den richtigen Bahnsteig finden
Während reale Reisen oft zu viele Reize oder Stress auslösen, bietet der virtuelle öffentliche Nahverkehr eine sichere Umgebung zum Üben. Für die Schülerinnen und Schüler der De Kameleon School ist dies ein entscheidender erster Schritt in Richtung Selbstständigkeit.
Die Vorteile des virtuellen öffentlichen Nahverkehrs für die Sonderpädagogik
An der KPO De Kameleon, einer Schule für Schüler mit geistigen Behinderungen im Alter von 4 bis 18 Jahren, steht das individuelle Entwicklungspotenzial der Kinder an erster Stelle. Virtueller öffentlicher Nahverkehr ist dafür ideal geeignet.
„Unsere Schüler haben oft eine behütete Kindheit. Die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ist für sie eine völlig neue Erfahrung“, sagt Very. „Mit dem virtuellen öffentlichen Nahverkehr können sie sich zunächst schrittweise, ohne Druck und in einer sicheren Umgebung, an Situationen gewöhnen, die ihnen im Straßenverkehr begegnen könnten.“
Seit der Einführung des virtuellen öffentlichen Nahverkehrs haben 35 Schüler der De Kameleon Schule grundlegende Mobilitätsfähigkeiten erlernt. Auch wenn noch nicht jedes Kind vollständig selbstständig unterwegs sein kann, sind die Fortschritte deutlich sichtbar. „Schon kleine Schritte, wie das Verständnis des Eincheckvorgangs, machen einen großen Unterschied“, sagt Very.
Unsere Schüler wachsen oft in einem behüteten Umfeld auf
Selbstvertrauen: der größte Gewinn
Die Auswirkungen des virtuellen öffentlichen Nahverkehrs reichen weit über die Vermittlung von Mobilitätskenntnissen hinaus; er stärkt auch das Selbstvertrauen der Schüler. „Manche Kinder sagen: ‚ Lehrer, wenn ich das lerne, kann ich später selbst mit dem Zug zur Arbeit fahren. Dann brauche ich nicht mehr den Bus zu nehmen ‘“, erzählt Very stolz.
Auch wenn nicht alle Schüler später selbstständig reisen können, beispielsweise weil sie nicht lesen können, vermittelt das Üben im virtuellen öffentlichen Nahverkehr ein Gefühl der Selbstwirksamkeit. „Manchmal muss man einfach etwas ausprobieren“, sagt Very. „Dann entdeckt man, was sonst noch möglich ist. Eltern sind oft erstaunt, wie viel ihr Kind lernen kann.“
Anpassung
KPO De Kameleon hat jedes Jahr für einige Monate Zugang zu einem der beiden virtuellen öffentlichen Verkehrssysteme, die von der Region Westbrabant (RWB) zur Verfügung gestellt werden.
„Die Kinder waren sehr enttäuscht, als die Brillen an einen anderen Ort gebracht werden mussten“, sagt Very. „Es wäre toll, wenn wir an jedem Standort eine feste Anzahl an Brillen hätten, damit wir mehr Schüler gleichzeitig schulen könnten.“ Das Training von Kindern mit besonderen Lernbedürfnissen kann recht intensiv sein, weiß Very aus Erfahrung. „Manche Schüler, zum Beispiel Kinder, die aufgrund einer Sehbehinderung nicht lesen können, oder Schüler mit motorischen Einschränkungen, benötigen individuelle Unterstützung von ihren Lehrern.“ Dennoch lohnt sich das Training laut Very auf jeden Fall: „Es ist großartig zu sehen, wie schnell manche Kinder spielerisch lernen, besonders diejenigen, die bereits Erfahrung mit Computerspielen zu Hause haben.“
Virtueller öffentlicher Nahverkehr: Innovation und Zukunft
Zukünftig könnte eine breitere Implementierung des virtuellen öffentlichen Nahverkehrs einen großen Schritt zur Förderung der Selbstständigkeit im Bereich der Sonderpädagogik darstellen. Die Plattform beweist, dass Technologie nicht nur praktisch sein kann, sondern auch zum Selbstvertrauen und zur Lebensqualität der Schüler beiträgt.
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